15.000 € Schadenersatz für zwei verlorene Finger?

Das LG Frankfurt / Oder hatte zum Ende des Jahres über den tragischen Fall eines kleinen Mädchens zu entscheiden, das bei einem Unfall an einem Skilift 2 Finger verloren hatte und nun vom Betreiber des Liftes Schadenersatz forderte.

Das Gericht dürfte bei der Höhe u.a. den Dauerschaden – den Verlust der Finger – die Behandlungsdauer und das Alter berücksichtigt haben. Bislang liegt die Urteilsbegründung nicht vor und stellt sich die Frage, ob z.B. ein immaterieller Vorberhalt enthalten ist und wie es mit den weiteren Schadenspositionen aussieht.

Dem Betreiber wurde vorgehalten, die Verkehrssicherungspflichten verletzt zu haben. Was dies im Einzelfall bedeutet, ist am Stand der Technik und allgemeiner Sorgfaltspflichten zu ermitteln – z.B. der StVO oder den FIS-Regeln für Skifahrer bzw. hier den technischen Standards. Hier ist die Argumentation Ihres Anwaltes im konkreten Einzelfall gefordert.

Tragischerweise hatte der Betreiber leider keine Betriebshaftpflichtversicherung und scheint die Solvenz zweifelhaft. Es bleibt daher zu hoffen, dass das Kind dieses Geld auch erhält.

 

Martin Bandmann
Rechtsanwalt und
Fachanwalt für Verkehrsrecht

www.rechtsanwalt-bk.de

Herr Rechtsanwalt Bandmann vertritt Sie über Cottbus, Hoyerswerda, Bautzen, Lübben oder Senftenberg hinaus zu allen Fragen rund um das Thema Schmerzensgeld / Schadenersatz nach einem Unfall im Straßenverkehr & in der Freizeit oder wegen einer Straftat. Die hierfür anfallenden Kosten des Anwaltes hat der Schädiger zu erstatten.

Sollten Sie sich nicht sicher sein, in welches Rechtsgebiet Ihr Fall gehört und ob dieses ebenfalls bearbeitet wird, so fragen Sie einfach telefonisch und unverbindlich in unserer Kanzlei in Cottbus oder Hoyerswerda an.

Mietschulden und Kündigung durch den Vermieter

Droht die Kündigung des Vermieters wegen Mietrückstand  – was kann man tun?

Ihr Vermieter hat das Mietverhältnis wegen Zahlungsrückstand gekündigt oder Sie stehen kurz davor?

Eine Räumungsklage droht daher oder der Gerichtsvollzieher hat auf Basis eines Räumungsurteils sogar schon einen Termin für die Räumung angesetzt? Weiterlesen

Kann mich der Vermieter kündigen, wenn ich meine Wohnung beruflich nutze?

Kann mich der Vermieter kündigen, wenn ich meine Wohnung beruflich nutze?
Viele Selbständige benötigen keine Geschäftsräume, sondern arbeiten stattdessen von zu Hause aus (home office). Dabei kann es sich jedoch um eine Zweckentfremdung von Wohnraum handeln, wobei zwischen öffentlich-rechtlichen Vorschriften und einzelvertraglichen zivilrechtlichen Regelungen zu unterscheiden ist.

Während öffentlich-rechtliche Vorschriften regeln, dass Wohngebiete keine Gewerbegebiete sind, also in einem reinen Wohngebiet nicht einfach ein Gewerbe eröffnet werden darf, stellen nichtgewerbliche (d.h. Selbständige/Freiberufliche) jedoch grundsätzlich keine „Zweckentfremdung“ von Wohnraum dar. Weiterlesen

Abrisskündigung eines Mietvertrages bei Wohnraum

Abrisskündigung (Verwertungskündigung) eines Mietvertrages bei Wohnraum

Der Bundesgerichtshof hat in einer Entscheidung vom 09.02.2011 (Az. VIII ZR 155/10) die Voraussetzungen einer Verwertungskündigung, oft als Abrisskündigung bezeichnet, präzisiert.

Die beklagte Mieterin war seit 1995 Mieterin der Wohnung. Die Eigentümerin wechselte und damit auch das Konzept. Angedacht war der Abriss der in den 30-iger Jahren in einfacher Bauweise errichteten Häuser und die Errichtung moderner, geförderter Mietwohnungen. Teilweise wurde dieses Konzept bereits umgesetzt.
Die beklagte Mieterin war als letzte von 9 Mietern in einem der Wohnblöcke verblieben und hatte so den Abriss verhindert. Die Vermieterin kündigte unter Verweis auf § 573 II Nr. 3 BGB und erhob anschließend Räumungsklage. Weiterlesen